Plattenwaschmaschine PDF Print E-mail
Written by Administrator   
Friday, 20 November 2009 17:51

Jeder Vinyl-Junkie kennt das Problem... endlich, nach langer Suche, hat man die Schallplatte ergattert die man schon ewig gesucht hat. Der Zustand ist, rein optisch bewertet, einwandfrei... trotzdem knistert und britzelt es gewaltig. Da hilft nur eine ordentliche Wäsche! Mittlerweile ist das Angebot an Schallplattenwaschmaschinen (mit diesem Ausdruck ist man in der falschen Umgebung immer für einen Lacher gut ;-))  schon recht umfangreich. Da erwacht natürlich nach einer sorgfältigen Recherche der Ehrgeiz des Selbermachers... kann ja so schwierig nicht sein ;-).

Na ja, sagen wir mal so... folgt man den einfachen Selbstbau-Tipps im Netz dann genügt ein alter Plattenspieler, ein Staubsauger und ne Bürste. Hat man aber einmal die Profimaschinen im Einsatz beobachten dürfen dann darf es ein wenig mehr sein. 

Die erste Überlegung sollte natürlich sein: was brauche ich genau. Punkt- oder Flächensauger ( zu diesem Thema finden sich seitenweise Abhandlungen im Netz mit Erwähnung sämtlicher Vor- und Nachteile) , Lautstärke egal oder soll das gute Stück im Wohnzimmer stehen und nur angenehm säuseln,  der Antrieb des Armes ist nicht ganz ohne, welche Pumpe soll den Unterdruck erzeugen, etc. etc....

Ich habe mich dazu entschlossen die Maschine genau nach meinen Vorstellungen aufzubauen und nicht "nur" einen ausgedienten Plattenspieler zu modifizieren. Lediglich der Plattenteller und die Fragmente eines Tonarmes stammen aus einem Dual-Player. Alles andere ist "gewachsen". 

Für die Montageplatte habe ich Birke-Multiplex mit Resopal belegt, das sollte auch dauerhaft dem Reinigungsmittel gewachsen sein welches mal daneben geht. Für den Antrieb des Plattentellers habe ich einen langsamlaufenden Getriebemotor genutzt, war wohl ursprünglich mal als Scheibenwischermotor gedacht und hat Kraft im Überfluss. Von einem Direktantrieb bin ich abgekommen... geworden ist es dann eine Art Reibradantrieb. Der Arm wird ebenfalls von einem Getriebemotor bewegt, allerdings ein deutlich zierlicheres Exemplar. Beim Armantrieb habe ich ein wenig experimentiert und bin letztlich bei einer Magnetkopplung hängengeblieben, habe also einen Adapter gedreht der am Tonarm als Montagebasis für den Magneten angebracht wurde, gleichfalls ein Pulley angefertigt als Gegenstück für die Magnetmontage am Motor. Grundsätzlich ein überschaubarer Arbeitsaufwand... allerdings lief der kleine Getriebemotor selbst bei niedrigst möglicher Spannung deutlich zu schnell! Die ursprüngliche Idee einen Riemenantrieb umzusetzen hätte die Möglichkeit zur Anpassung der Geschwindigkeit per Untersetzung geboten... dies schied natürlich im Falle der Magnetkopplung aus. Bleibt also nur die Geschwindigkeitsanpassung per Elektronik. Die ursprünglich geplante einfache Spannungsregelung über einen LM317 ist einer etwas aufwendigeren Schaltung gewichen. Aber auch diese PWM(PulsWeitenModulation)-Variante ist durchaus überschaubar... lies sich in meinem Falle sogar mit dem Inhalt der, mittlerweile recht umfangreichen, Bastelkiste realisieren und hat auf Anhieb funktioniert. Der Kriechgang läuft sauber und ruckfrei...

Die Geschwindigkeitsregelung des Plattentellerantriebes konnte einfacher ausfallen, hier kommt es nicht auf ein paar Umdrehungen mehr oder weniger an. Ich wollte etwa eine Umdrehungszahl zwischen 30 und 40 U/min erreichen. Beim verwendeten Getriebemotor musste dazu eine Spannung von etwa 3,5Volt anliegen, allerdings ist der Strombedarf mit 3A für einen LM317 zu hoch. Ich habe deshalb einen LT1085 verwendet... Kühlkörper nicht vergessen!

 

Bei der Wahl der Pumpe wollte ich auf eine lange, aufwendige und dann auch teure Versuchsreihe verzichten. Über die "richtige" Pumpe und auch eigene Erfahrungen wird in vielen Foren heftig diskutiert... der Name eines Herstellers taucht aber immer wieder auf: KNF Neuberger. Wie es der Zufall wollte wurde eine dieser Pumpen im AAA-Forum günstig angeboten und gehört nun als fester Bestandteil zu meiner Reinigungslösung.

 

Natürlich werden meine Erfahrungen fortgesetzt und durch Bilder ergänzt...

 

Jetzt also Bilder vom funktionierenden Probeaufbau noch auf "Stelzen", später verschwinden Pumpe, Absaugbehälter und Elektronik in einem Untergestell.

Dafür bekommt der Arm noch eine schöne Auflage spendiert.

 

Momentan wird die Reinigungsflüssigkeit noch manuell aufgetragen und verteilt. Im Laufe der Zeit wird hier sicher noch etwas geändert. Ob ich es mir antue per Pumpe Flüssigkeit aufzutragen ist ungewiß, die Verteilung mittels einer klappbaren Bürste ist aber ein extrem überschaubarer Aufwand.

Wichtiger ist jetzt das "Feintuning" an den schon funktionierenden Elementen. Es gilt noch eine Führung für den Faden zu bauen... zudem möchte ich den Vorschub des Fadens nicht dem Zufall überlassen. Da lasse ich mir noch was einfallen...

 

Hier mal ein Blick auf die Pumpe. Die kleine KNF ist stark und sehr leise... quasi eine Idealbesetzung! Die Regelelektronik entspricht dem oben gezeigten Schaltplan. Der Antriebsmotor für den Teller wird momentan noch von einem regelbaren Labor-Netzteil versorgt. Als kleine Änderung habe ich noch einen Schalter integriert mit dem ich die Laufrichtung des Armantriebs umschalten kann. 

Last Updated ( Friday, 05 March 2010 21:52 )